Erzgebirgsbikemarathon Seiffen – Der Bericht von Marcus Wagner

Letztes WE stand wieder der EBM in Seiffen im Rennkalender. Wie schon letztes Jahr, war ich mit einer Staffel am Start. Zusammen mit meinem letztjährigen Staffelpartner Jens Lindner und unserem erst am Samstag kurzfristig eingesprungen Straßenfahren Eric Reuter (Team Isaac Torgau e.V.) machten wir auf den Weg nach Seiffen. Auf dem Parkplatz trafen wir dann unser Bottleman Matthias, der schon das Lager aufgeschlagen und die Bikes ausgeladen hatte. So schnappte ich mir schnell mein Bike, ich hatte ja als Schlussfahrer noch genug Zeit, und holte die Startunterlagen für unser Team RSC'93 Marienberg meets Lindner Zerspanung ab und nahm die Ummeldung wegen dem Fahrerwechsels vor. Da es in Seiffen immer eine 12km Einführungsrunde auf der Straße gibt, bevor es ins Gelände geht, war schnell klar, wer der Startfahrer wird. Eric musste ran. Da wir dieses Jahr aufgrund der aktuellen Saisonergebnisse aus der Race-Gruppe starteten, waren die Vorrausetzung richtig gut. Für Eric hieß es sich in dem starken Feld zu behaupten, was er souverän machte und unter den ersten Fahrer aus der Einführungsrunde kam. Im Wald merkte man zwar manchmal etwas Unsicherheit. Is ja auch verständlich, wenn man 5 Jahre kein MTB Rennen gefahren ist. Trotzdem kam er überall sauber durch und wechselte als fünfte Staffel auf Jens. Nach dem sich Eric bissl erholt hatte, gab er mir nen Lagebricht und paar Tipps zur aktuellen Streckenbeschaffenheit. Dann machte ich mich langsam Rennfertig, fuhr mich bissl warm und schaute gleich nochmal an der Abfahrt am Wettiner Grund vorbei um mir die beste Linie auszusuchen und Jens anzufeuern. Doch irgendwie kam Jens nicht, sollte ich ihn verpasst haben. Die Staffeln die so um uns rum gewechselt hatten, hab ich gesehen. Komisch, also entweder er war schon durch oder es is was passiert. Das machte mich schon bissl unruhig, aber ich machte mich lieber mal auf zur Wechselzone. Dort saßen auch die Jungs und Mädels von KUOTA-Chemnitz, für die ich das Heavy24 gefahren bin. Also setzte ich mich zu Ihnen in den Schatten und wartete auf meinen Einsatz. Auf einmal hörte ich ein "MARCUS" schreien. Verdammt, Jens war schon da. Damit hatte ich noch gar nicht gerechnet ☹ Wärend Jens seiner Verärgerung freien Lauf ließ, legte ich schnell meine Canon und das iPhone weg und rannte zu meinem Bike und dann zu Jens für die Übergabe der Gummibänder als Staffelstab. Jens hatte sich immer noch nicht beruhigt und ich hatte nen vollen Adrenalinschub. Auch wenn wir durch dieses Fauxpas nur paar Sekunden verloren, wollte ich am Ende nicht das Zünglein an der Waage sein. Also gabs jetzt nur eine Strategie, Vollgas. Ich fand gleich nen super Rhythmus und die ersten kleine Berge waren kein Problem. Wie schon letztes Jahr, hatte ich als letzter Staffelfahrer eigentlich ein Dauergrinsen im Gesicht, da ich ständig am Überholen war, weil ja die meisten anderen Biker auf ihrer Dritten Runde waren und ich frisch war. Was mich allerdings beunruhigte, war das Knacken am Sattel. Aber egal, dass durfte mich jetzt nicht beunruhigen. Auf den letzten Anstieg zur Wettiner Höhe, stand unser Bottler Matthias mit ner neuen Flasche. Aufgrund der Wärme und da ich diemal auch keine Flasche verloren hatte, entschied ich mich für Abkühlung statt trinken. Vorrausschauend hatte ich nur Wasser in die Flasche gemacht und ich konnte mir das Wasser zur Abkühlung is Genick und über den Kopf schütten. Perfekt. Dann ging's in den neuen Streckabschnitt. Dieser fuhr sich sehr flowig und ich konnte viele überholen. Vor der Steilabfahrt konnte man zwischen Laufen oder Fahren entscheiden. Doch die Frage stellte sich für mich nicht. FAHREN, natürlich. Ach wenn ich im ersten Teil kurz versehentlich aus einer Pedale ausgeklickt bin und ne kurze Vollbremsung machen musste, ging's flüssig und schnell weiter in den Seiffner Grund. Leider hatte ich mir bei meinem Bremsmanöver und einem erneute Schlag auf den Sattel, diesen total verdrückt. Das war also der Grund des Knackens. So hieß es ab jetzt ständig den Sattel gerade drücken ☹ Sehr nervig. Am Verpflegungspunkt ließ ich mir ein Stück Banane reichen und machte mich auf den zweiten Streckenabschnitt. Auf breiten Waldautobahnen brauste ich weiter an den anderen Fahrern vorbei und schon war ich auf dem Feld nach der Motocross Strecke. Hier gabs auch das Gummiband für die Rundendurchfahrt. Jetzt hatte ich es fast geschafft. Nur noch wieder runter in den Seiffner Grund und über den Alp de Wettin hoch und ins Ziel. Auf den ersten Metern des Alp de Wettin, bekam ich ein ziehen in beiden Waden. Na Klasse, ausgerechnet jetzt. Doch als ich dann Marcus Ullmann erblickte und er mich kräftig anfeuertet und neben mir her rannte, waren die Schmerzen vergessen. Ich mobilisierte meine letzten Kräfte und gab nochmal alles. Der Streckensprecher begrüßte mich am Gipfel mit den Worten, "und wieder eine Staffel, dass müsste jetzt die Dritte sein". Was die Dritte, Wahnsinn, jetzt nur noch ab ins Ziel fahren und feiern.

Wir waren echt Dritte bei den Staffeln. Damit hatten wir nie gerechnet, aber waren natürlich total Glücklich. Bis zur Siegerehrung machten wir uns noch bissl frisch, stärkten uns mit Pasta und brachten uns vor dem Starkregen in Sicherheit. Dann war es endlich so weit, Siegerehrung. Schon ein tolles Gefühl beim EBM auf dem Podest zu stehen.

Ciao Marcus

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